Beim Arzneimittelkauf im Ausland ist Vorsicht geboten, denn Käufer können nicht wissen, ob Fälschungen vorliegen. (ABDA)
Tipp: Vorsicht beim Arzneimittelkauf im Ausland
12.07.2010 | mp Düsseldorf - Viele Urlaubsreisende decken sich in fremden Ländern mit günstigen Medikamenten ein. Doch hierbei gilt es, Vorsicht walten zu lassen. So ist beispielsweise eine Einfuhr nach Deutschland nur für den persönlichen Bedarf erlaubt. Auf keinen Fall sollten Arzneimittel bei fliegenden Händlern, sondern nur in zugelassenen Apotheken gekauft werden. "Wer solche Mittel ohne ärztlichen Rat einnimmt, setzt leichtfertig seine Gesundheit aufs Spiel", erläutert die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Denn beim Arzneimittelkauf im Ausland könnten Verbraucher nie wissen, ob es sich um Fälschungen handelt und welche Inhaltsstoffe in den dortigen Pillen, Pulvern und Pasten enthalten sind.
Auch für den Medikamentenkauf in einer Apotheke gelten, je nach Reiseland, unterschiedliche Regelungen. Diese sollten Urlauber unbedingt beachten: Verschreibungspflichtige Medikamente, die in einem EU-Mitgliedsstaat oder in Island, Liechtenstein und Norwegen gekauft werden, dürfen nach Deutschland eingeführt werden, falls sie hierzulande zugelassen sind. Hingegen ist der Kauf von frei verkäuflichen Arzneimitteln wie etwa Nahrungsergänzungs- und Naturheilmittel problematisch, da solche Präparate häufig nicht den strengen Auflagen in Deutschland entsprechen. Verboten ist ein Import von Medikamenten aus Nicht-EU-Ländern. Gestattet ist nur das Mitführen von Arzneimitteln, die für einen akuten Bedarf während der Reise im Ausland gekauft wurden.
Beim Beipackzettel ist zu beachten, dass Arzneimittel, die im Ausland produziert werden, trotz Namensgleichheit abweichende Inhaltsstoffe und Dosierungen enthalten können. Daher ist am besten vor Ort ein Arzt oder Apotheker zu fragen, um sich über die Zusammensetzung und Wechselwirkung mit anderen Arzneien zu informieren.
Wer preiswert über das Internet Arzneimittel aus dem Ausland erwerben möchte, sollte vorher prüfen, ob es sich um eine seriöse Bezugsquelle handelt. Medikamente, die über deutsche Versandapotheken und von Anbietern aus der EU angeboten werden, sind in aller Regel unbedenklich. Trotzdem ist Vorsicht angesagt, denn im World Wide Web gibt es unzählige Schwindler, die ihre Produkte zum Teil sehr überzeugend darstellen. Privatpersonen dürfen keine Medikamente in Nicht-EU-Ländern bestellen, da das Gesundheitsrisiko zu hoch ist. Zudem wird der Spareffekt häufig überschätzt, denn die Versandkosten können den Preisvorteil oftmals wieder aufheben. Daher ist ein vorheriger Preisvergleich mit Produkten aus der Apotheke vor Ort unerlässlich. mp/al